Bava Kamma 184

Kapitel 184

א (ויקרא יג, מה) וטמא טמא יקרא
1 <i>und er rufe: unrein, unrein</i>.
ב א"ל רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמור רבנן השכם ואכול בקיץ מפני החמה ובחורף מפני הצינה ואמרי אינשי שיתין רהוטי רהוט ולא מטו לגברא דמצפרא כרך דכתיב (ישעיהו מט, י) לא ירעבו ולא יצמאו ולא יכם שרב ושמש
2 Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Rabbanan gesagt haben: iß frühmorgens, im Sommer wegen der Hitze und im Winter wegen der Kälte? Ferner pflegen die Leute zu sagen: sechzig Läufer können den nicht einholen, der frühmorgens gegessen hat? – Es heißt:<i>sie werden nicht hungern und nicht dursten, und Glut und Sonne werden sie nicht treffen.</i>
ג א"ל את אמרת מהתם ואנא אמינא מהכא (שמות כג, כה) ועבדתם את ה' אלהיכם זו קרית שמע ותפלה וברך [את] לחמך ואת מימיך זו פת במלח וקיתון של מים מכאן ואילך והסירותי מחלה מקרבך
3 Jener entgegnete: Du entnimmst es hieraus, ich entnehme es aus folgendem:<i>ihr sollt dem Herrn, eurem Gott, dienen,</i> das ist das Šema͑ und das tägliche Gebet; <i>und er wird dein Brot und dein Wasser segnen,</i> das ist Brot mit Salz und ein Krug Wasser. Dann gilt: <i>und ich werde Krankheit aus deiner Mitte entfernen.</i>
ד ותניא מחלה זו מרה ולמה נקרא שמה מחלה ששמונים ושלשה חלאין יש בה מחלה בגימטריא הכי הוו וכולן פת במלח שחרית וקיתון של מים מבטלן
4 Ferner wird gelehrt: Unter Krankheit ist die Galle zu verstehen, und sie heißt deshalb Krankheit, weil ihr dreiundachtzig Krankheiten anhaften; [das Wort] Krankheit hat nämlich diesen Zahlenwert; diese alle halten morgendliches Brot mit Salz und ein Krug Wasser zurück.
ה א"ל רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמור רבנן חברך קרייך חמרא אוכפא לגביך מוש א"ל דכתיב (בראשית טז, ח) ויאמר הגר שפחת שרי אי מזה באת ואנה תלכי ותאמר מפני שרי גברתי אנכי בורחת
5 Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Rabbanan gesagt haben: nennt dich dein Genösse einen Esel, so lege dir einen Sattel auf? Dieser erwiderte: Es heißt:<i>und er sprach: Hagar, Magd Sarajs, woher kommst du and wohin gehst du? Da erwiderte sie: Ich fliehe vor meiner Gebieterin Saraj</i>.
ו אמר ליה רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמרי אינשי מילתא גנאה דאית ביך קדים אמרה א"ל דכתיב (בראשית כד, לד) ויאמר עבד אברהם אנכי
6 Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: den Makel, der dir anhaftet, sage vorher selber? Dieser erwiderte: Es heißt:<i>da sprach er: Ich bin ein Knecht Abrahams.</i>
ז א"ל רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמרי אינשי שפיל ואזיל בר אווזא ועיניה מטייפי אמר ליה דכתיב (שמואל א כה, לא) והטיב ה' לאדני וזכרת [את] אמתך
7 Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: gebückt geht die Ente, ihre Augen aber schweifen umher? Dieser erwiderte: Es heißt:<i>wenn der Herr meinem Herrn wohltun wird, so denke an deine Sklavin.</i>
ח אמר ליה רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמרי אינשי שיתין תכלי מטייה לככא דקל חבריה שמע ולא אכל אמר ליה דכתיב (מלכים א א, כו) ולי אני עבדך ולצדוק הכהן ולבניהו בן יהוידע ולשלמה עבדך לא קרא
8 Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: sechzigfachen Schmerz empfindet der Zahn, der einen anderen [essen] hört und nicht ißt? Dieser erwiderte: Es heißt:<i>mich aber, deinen Knecht, den Priester Çadoq, Benajahu, den Sohn Jehojada͑s, und seinen Bruder</i><i>Šelomo lud er nicht.</i>
ט א"ל את אמרת מהתם ואנא אמינא מהכא (בראשית כד, סז) ויבאה יצחק האהלה שרה אמו ויקח את רבקה ותהי לו לאשה ויאהבה וינחם יצחק אחרי אמו וכתיב בתריה (בראשית כה, א) ויוסף אברהם ויקח אשה ושמה קטורה
9 Jener entgegnete: Du entnimmst es hieraus, ich entnehme es aus folgendem:<i>und Jiçḥaq brachte sie in das Zelt seiner Mutter Sara, und er nahm die Ribhqa und sie wurde seine Frau und er gewann sie lieb; und Jiçḥaq tröstete sich über [den Verlust] seiner Mutter,</i> und darauf folgt:<i>Abraham aber nahm nochmals eine Frau, namens Qetura</i>.
י אמר ליה רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמרי אינשי חמרא למריה טיבותא לשקייה אמר ליה דכתיב (במדבר כז, יח) וסמכת את ידך עליו למען ישמעון ויראון כל עדת בני ישראל וכתיב (דברים לד, ט) ויהושע בן נון מלא רוח חכמה כי סמך משה את ידיו עליו וישמעו אליו כל בני ישראל וגו'
10 Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: der Wein des Herrn, der Dank aber dem Schenkmeister? Dieser erwiderte: Es heißt:<i>lege ihm deine Hand auf &amp;c. damit die ganze Gemeinde Jisraél ihm gehorsam sei und ihn fürchte.</i> Und es heißt:<i>aber Jehošua͑, der Sohn Nuns, war mit dem Geiste der Weisheit erfüllt, weil Moše seine Hände auf ihn gelegt hatte, und alle Kinder Jisraél gehorchten ihm &amp;c</i>.
יא אמר ליה רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמרי אינשי כלבא בכפניה גללי מבלע דכתיב (משלי כז, ז) נפש שבעה תבוס נופת ונפש רעבה כל מר מתוק
11 Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflogen: in seinem Hunger verschlingt der Hund auch Kot? – Es heißt:<i>ein Gesättigter tritt Honigseim mit Füßen, aber ein Hungriger findet alles Bittere süß.</i>
יב א"ל רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמרי אינשי מטייל ואזיל דיקלא בישא גבי קינא דשרכי אמר ליה דבר זה כתוב בתורה שנוי בנביאים ומשולש בכתובים ותנן במתניתין ותנינא בברייתא
12 Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: eine schlechte Dattelpalme gesellt sich leeren Bäumen? Dieser erwiderte: Dies steht geschrieben in der Tora, ist verzweifacht in den Propheten, verdreifacht in den Hagiographen, gelehrt in der Mišna, und wiederholt in der Barajtha:
יג כתוב בתורה דכתיב (בראשית כח, ט) וילך עשו אל ישמעאל שנוי בנביאים דכתיב (שופטים יא, ג) ויתלקטו אל יפתח אנשים רקים ויהיו עמו ומשולש בכתובים דכתיב (בן סירא יג, יד) כל עוף למינו ישכון ובני אדם לדומה לו תנן במתני' כל המחובר לטמא טמא כל המחובר לטהור טהור ותנינא בברייתא רבי אליעזר אומר לא לחנם הלך זרזיר אצל עורב אלא מפני שהוא מינו
13 Geschrieben in der Tora, denn es heißt:<i>da ging E͑sav zu Jišma͑él.</i> Verzweifacht in den Propheten, denn es heißt:<i>da scharten sich um Jiphtaḥ nichtsnutzige Leute und waren mit ihm.</i> Verdreifacht in den Hagiographen, denn es heißt:<i>jeder Vogel wohnt bei seiner Gattung und der Mensch hält sich zu seinesgleichen.</i> Gelehrt in der Mišna: Was mit dem Unreinen verbunden, ist unrein, was mit dem Reinen verbunden, ist rein. Wiederholt in der Barajtha: R. Elie͑zer sagte: Nicht umsonst ging der Star zum Raben, sondern weil er zu seiner Art gehört.
יד אמר ליה רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמרי אינשי קרית חברך ולא ענך רמי גודא רבה שדי ביה א"ל (יחזקאל כד, יג) יען טהרתיך ולא טהרת מטומאתך לא תטהרי עוד
14 Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: wenn du deinen Genossen rufst, und er dir nicht antwortet, so stoße eine große Wand auf ihn? Dieser erwiderte: [Es heißt:]<i>weil ich dich reinigen wollte, du aber nicht rein wurdest von deiner Unreinheit, so sollst du auch ferner nicht rein werden.</i>
טו אמר ליה רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמרי אינשי בירא דשתית מיניה לא תשדי ביה קלא א"ל דכתיב (דברים כג, ח) לא תתעב אדומי כי אחיך הוא ולא תתעב מצרי כי גר היית בארצו
15 Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: in einen Brunnen, aus dem du getrunken, wirf keinen Schmutz? Dieser erwiderte: es heißt:<i>verabscheue nicht den Edomiter, denn er ist dein Bruder, und verabscheue nicht den Miçri, denn ein Fremdling warst du in seinem Lande.</i>
טז אמר ליה רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמרי אינשי אי דלית דורא דלינא ואי לא לא דלינא אמר ליה דכתיב (שופטים ד, ח) ויאמר אליה ברק אם תלכי עמי והלכתי ואם לא תלכי עמי לא אלך
16 Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: hebst du die Last mit, so hebe auch ich sie, wenn aber nicht, so hebe auch ich sie nicht? Dieser erwiderte: Es heißt<i>:</i><i>da sprach Baraq zu ihr: Wenn du mit mir gehst, so gehe ich, wenn du aber nicht mit mir gehst, so gehe ich nicht.</i>
יז א"ל רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמרי אינשי כד הוינן זוטרי לגברי השתא דקשישנא לדרדקי אמר ליה מעיקרא כתיב (שמות יג, כא) וה' הולך לפניהם יומם בעמוד ענן לנחותם הדרך ולילה בעמוד אש להאיר להם ולבסוף כתיב
17 Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: waren wir jung, da waren wir Männer, jetzt wo wir alt sind, sind wir Kinder? Dieser erwiderte: Zuerst heißt es:<i>und der Herr zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, und nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten.</i> Später aber heißt es: